Hallo Alle,

nachdem ich gelernt hatte, dass das SWR an der Antenne nur in den Bereich von SWR=30 oder kleiner gebracht werden braucht (siehe mein Paper zu Cable Losses), habe ich mich dann darauf konzentriert, nur den Imaginaerteil der Antennenimpedanz zu kompensieren, also zu Null werden zu lassen. Dass ist die einfachst moegliche Anpass-Schaltung, weil sie nur eine Spule oder einen Kondensator erfordert. Ich hab meine Vertikal-Antenne fuer das 40m Band mit dem Programm xnec2c analysiert, und hab bei 3.6 Mhz eine Impedanz von ca. 9 - j*800 Ohm festgestellt. Der Realteil der Impedanz von 9 Ohm, was auch das Resultat einer kompensierten Antenne waere, bedeutet ein SWR=50/9= 5.6. Das ist also im gewuenschten Bereich von 30 oder kleiner.

Der Imaginaerteil der Impedanz von -800 Ohm ist kapazitiv (wegen dem negativen Vorzeichen), also kann eine passende Induktivitaet oder Spule (mit positivem Vorzeichen der Impezanz) in Reihe zur Antenne diese kapazitive Impedanz kompensieren. Es wird also eine Spule mit der Impedanz von +j800 Ohm benoetigt.

Als erstes berechnen wir die noetige Induktivitaet L der Spule fuer die Impedanz Xl=j*800 Ohm bei der Frequenz f=3.6 MHz. Wir wissen:

Xl= j*2*pi*f*L

also:

L= Xl/(j*2*pi*f)= j*800/(j*2*pi*3.6 \cdot 10^{6})=3.5368 \cdot 10^{-5}= 35 uH.

Ich hab als Spulenkoerper eine alte Plastikflasche Hohes-C genommen (war grad da), mit einem Durchmesser von 9cm.

Auf folgener Webseite kann man dann die benoetigten Windungen probieren um zur gewuenschten Induktivitaet von 35 uH zu kommen. Ich hab dazu Kupferlitzedraht mit 1 mm Durchmesser genommen:

http://www.qsl.net/in3otd/indcalc.html

Mit:

  • Coil diameter: 0.09 m
  • Coil length: 0.015
  • Number of turns: 15

bekommen wir 34 uH, kommt also hin. Es stellte sich dann heraus dass die Antenne eine um etwa den Faktor 2 kleinere Impedanz hatte. Eine normale Diskrepanz, weshalb man auf der Spule genuegend Anzapfungen anbringen sollte. Ich hab das gemacht durch Abisolieren des Spulendrahtes an ein paar Stellen, und anloeten von kleinen Drahtstuecken, an denen man leicht eine Krokodilklemme anklemmen kann. Das Einstellen der Spule geschieht dann mit mit einem Kabel mit Krokodilklemmen, das einen Teil der Spule ueberbrueckt.

Es stellte sich heraus dass die Antenne auch auf 160m abgestimmt werden kann, wenn die Induktivitaet groesser gewaehlt wird. Ich habe also die groessere Spule auf die Flasche gewickelt, und mit Anzapfungen im Bereich der 160m und 80m Baender versehen. Dies kann im Foto gesehen werden. Zusaetzlich habe ich das Kabel von der Spule zur Antenne an einer Stelle abisoliert, so dass die Spule fuer das 40m Band durch das Krokodielkabel durch anklemmen an diese Stelle komplett ueberbrueckt werden kann (das andere Ende des Krokodilkables ist an der RG58 Buchse vom Transceiver). Auf 160m waren 2 Anzapfungen noetig, auf 80m reichte 1 Anzapfung.

So benoetige ich im Prinzip 3+1 Anzapfungen fuer 3 Baender (160, 80, und 40m). Es wurden mehr Anzapfungen druch Ausprobieren der richtigen Bereiche. Auf dem Foto kann man die Markierungen fuer 160m und 80m sehen. Man beachte: Es ist kein Kondensator noetig.

Als Resultat ist die Antenne auf allen 3 Baendern abstimmbar, brauchte teils sogar keinen Tuner, und ich werde nun auch gehoert. Selbst auf 160m funktioniert die Antenne erstaunlich gut, und ermoeglichte schon Verbindungen quer duch Europa, selbst auf SSB.

Das erste Bild zeigt die Flasche als Verlaengerungsspule, das 2. Bild die komplette Antenne mit der Spule unten am Fuss.